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Wenn der Partner selbständig ist

Wenn wir einen Partner an unserer Seite haben, der über seine Selbständigkeit voll ausgelastet ist, vielleicht dazu Kinder aus einer früheren Partnerschaft hat, die Exfrau auch noch Unruhe in die Beziehung bringt - dann gibt es viel zu händeln und zu wuppen.

Erst einmal zur Selbständigkeit; uns muss immer bewusst sein, dass der andere wenig Zeit für uns hat. Im optimalen Falle sind wir selber selbständig, brennen für unser Arbeit. So ist dann die wenige gemeinsame Zeit echte Qualitätszeit. Die Wege führen immer wieder zusammen, egal, ob der andere sich in sein Büro vergräbt oder durch die Weltgeschichte fliegt.

Wir sind erfüllt über das, was wir selbst (in uns) bewegen und können das in unsere Partnerschaft transportieren..

Anders sieht es aus, wenn wir in einer Festanstellung sind, die Abende und/oder Wochenenden meist alleine verbracht werden müssen. Der Partner zu seinen Kindern muss und dann auch noch viel Zeit dort verbringt.

Wir brauchen hier ganz viel an innerer Mitte, um dann den Partner ständig zu teilen. Am besten ein ausgeprägtes Hobby, einen großen Freundeskreis bzw. etwas, was die Zeit mit uns allein wunderbar füllt.

Häufig scheitern diese Beziehungen, weil die emotionale Sättigung immer noch auf den Partner projiziert wird. Dann wird es kompliziert, Konflikte und Streitereien um das bisschen Nähe entstehen.

Wenn wir es aber hinbekommen, uns selbst zu erfüllen, den anderen nicht als Eigentum betrachten, sondern Wert auf wahre Nähe legen - dann kann es gut klappen. Vorausgesetzt, der andere macht mit.

Viele Beziehungen bleiben an einer gewissen Oberfläche, die Themen, die uns wirklich bewegen, bleiben außen vor. So stauen sich Konflikte auf, der andere kann sogar feindlich agieren oder reagieren. Überforderungen bestimmen die gemeinsame Zeit. Jeder fühlt sich irgendwie unter Druck. Entweder, die ganzen angestauten Gefühle endlich auszuleben, der andere den Druck, die Partnerin glücklich zu machen.

Den anderen erfahren wir also erst mit der Zeit. Wie er mit uns, mit sich selbst und seinen Umständen umgeht. Wieviel er bereit ist, uns in sein Leben mit einzubauen.
Wir verlieben uns also stets zuerst in die Blüte des anderen und lernen erst mit der Zeit die Wurzeln kennen. Und das gegenseitig.

Meiner Anruferin habe ich folgendes geraten, da die Beziehung gerade vor dem Aus steht:

Sich erst einmal Zeit nehmen. Sich fragen, was hat mir wirklich gefehlt und möchte ich mich für einen Partner mit diesem Hintergrund auch wirklich entscheiden? Bin ich bereit, diesen Weg mitzugehen? Was ist er in der Lage, mir zu geben? Kann ich mir das auch langfristig vorstellen?

Was kann ich für mich tun? Möchte ich dem begegnen, was ich an altem Schmerz bei einer emotionalen Unterversorgung spüre, angehen?

Was wünsche ich mir von meinem Partner? Was kann er tun oder verbessern, dass es mir in der Beziehung gut geht?

Dazu habe ich ihr angeraten, sich etwas in ihr Leben zu ziehen, was sie außerhalb einer Partnerschaft erfüllt. Das ist immer eine schöne Sache, sich selbst glücklich zu machen.

Dann haben wir einen Brief an ihn besprochen. Persönlich finde ich das zwar selbst immer besser. Aber ich kenne das auch von früher, dass wir in dem einen wichtigen Moment häufig nicht immer die richtigen Worte finden. Dazu kann es passieren, dass der andere nur einen Bruchteil von dem wirklich hört, was wir ihm sagen wollen. Denn wenn die Fronten verschärft sind, ist die Wahrnehmung auf der anderen Seite zwischen 25-50 Prozent. Je nachdem, wie angespannt die Situation gerade ist.

(Bei denjenigen, die es dann doch lieber persönlich sagen wollen: Am besten immer in kurzen Sätzen und langsam sprechen.)

Wichtig ist, dass das Ego hier außen vor bleibt. Natürlich kann ich jetzt eine Liste aufführen, was der andere auch alles falsch gemacht hat. Es ist immer nie nur einer schuld. So bringt das nicht wirklich etwas. Vorwürfe lassen den anderen sich verschließen. Vielleicht sogar bestätigen, dass eine Trennung das Beste ist. Denn der Druck, unter dem er steht, wird ja nicht abgebaut. Im Gegenteil, er wird noch erhöht.

Das Ego steht auch für Distanz: sich mit verschränkten Armen hinstellen. Aber die Nähe, die ja eigentlich (wieder) wiederkommen soll, kann so ja gar nicht entstehen.

Ich wurde von ihr gefragt, ob sie damit denn nicht Selbstwert zeigen würde. Wenn sie ihm auch mal deutlich sagt, dass es so nicht ginge und sie das nicht mehr mit sich machen lässt.

Mit Selbstwert hat das für mich damit nichts zu tun. Über Distanz dem anderen aufzuzählen, was er alles verkehrt gemacht hat. Meist weiß er es sogar selbst.
Selbstwert ist für mich, wenn ich hinter mir stehe, meine Gedanken und Gefühle anspreche, ohne dabei über Schmerz zu gehen. Wenn ich wertfrei sage, was ich nicht gut fand.
Denn die emotionale Nähe und Zeit vom anderen kann ich nie einfordern - sondern nur freiwillig geschenkt bekommen.

So ist ein wundervoller Brief entstanden. Nicht von mir formuliert. Ich habe nur Hinweise gegeben. Aber ich habe mich sehr gefreut, sie mental so erreicht zu haben.

Jetzt drücke ich ihr fest beide Daumen.

Wenn du in einer solchen Situation gerade bist und hier eine tiefer gehende Beratung wünscht, bin ich gerne für dich da. Hole dir gerne deine persönliche Beratung.

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Liebe Grüße,
Silke
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